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Deutscher Trainer Tedesco in Russland beleidigt

Das schweizer Nachrichtenportal Nau berichtet sonst gerne über Schweizer Fussball, greift aber aktuell ein Thema aus Russland von dem Spiel FK Sotschi gegen Spartak Moskau auf.

Spartak Moskau, momentan auf Platz zwei der russichen Premjer-Liga, wird von dem Deutsch-Italiener und früheren Bundesliga-Trainer Domenico Tedesco trainiert.

Ein Zwischenfall, der hohe Wellen schlägt, ereignete sich beim Spiel der beiden Teams gegeneinander. Domenico Tedesco wurde von Dimitri Borodin, dem Torwarttrainer Sotschis, beleidigt. Nach dem Spiel, welches die Moskauer mit 0:1 verloren, rief Borodin in die Richtung von Tedesco: “Das ist unser Land”.

Wenig später bestätigte Borodin, mehreren russischen Medien gegenüber, seine Aussage. Gegenüber dem Portal “Sport 24”, sagte er, dass Tedesco ihn daraufhin als Rassisten bezeichnet hätte. Ferner sagte er, dass es nicht das erste Mal gewesen sei, dass Tedesco sich mies verhalten habe.

Der 35-jährige Tedesco zeigte sich, bei der Rückkehr in die russische Hauptstadt Moskau, höchst schockiert über diesen Vorfall.

Über ein Jahr lebt der Coach von Spartak Moskau nun schon in Russland. Er übernahm die Manschaft im tiefsten Abstiegskampf und führte sie doch noch auf Platz sieben.

“Es ist kein Geheimnis, dass ich ein sehr emotionoaler Trainer bin”, sagte der frühere Schalke-Trainer am Sonntag. Bei seiner Ankunft in Russland war er damals sehr freundlich und mit offenen Armen empfangen worden und er habe während seiner Zeit hier, Russland wirklich lieben gelernt. Zudem habe er den russischen Fußball, die Traditionen und die Sprache stets respektiert.

Dass er sich jetzt von der gegnerischen Bank anhören müsse, dass es ihr Land sei und er es verlassen solle, entsetze ihn sehr. “Wir alle sind hier, um Fußball zu spielen und wir lieben diesen Sport. Im Sport und in der Gesellschaft haben solche Aussagen nichts zu suchen”, sagte Tedesco weiter.

Er wisse, dass nicht alle Spartak Moskau lieben würden, aber solche Aussagen, hätte er in keiner Weise für möglich gehalten. “Außerdem”, so Tedesco, “haben in unserer Gesellschaft und im Sport Ausländerfeindlichkeit und Gewalt überhaupt nichts zu suchen”.

Aktuell sind ja erhebliche Spannungen zwischen Deutschland und Russland bekannt, vor allem politischer Natur. Diese Spannungen wurden durch die Vergiftung des russischen Kremlkritikers Alexej Nawalny zuletzt noch stark verstärkt.

“Wir erwarten, dass dieser Vorfall objektiv durch den russischen Fußballverband untersucht wird”, erklärte Spartak Moskau.

“Die sportlichen Ereignisse sollen wieder im Vordergrund stehen”, so der Verein aus Sotschi am Schwarzen Meer. Daher hoffe man, dass der “unangenehme Vorfall” möglichst schnell überwunden werde.